Eitempera vs. industrielle Tempera
Im engeren Sinn ist Tempera eine Bindetechnik mit Eigelb als Emulgator. Pigmente werden mit Eigelb und etwas Wasser angerieben. Die Farbe trocknet schnell und ist nach dem Aushärten sehr haltbar — Ikonen aus dem 13. Jahrhundert sehen noch heute leuchtend aus.
Industrielle Tempera (z.B. Plakatfarbe für Schulen) ist eine günstige Variante mit synthetischen Bindemitteln — gut für Übungen, aber nicht für langfristige Werke.
Klassische Eitempera selbst herstellen
- Eigelb von Eiweiss trennen, Eigelbsack vorsichtig anstechen, Inhalt in ein Glas
- Mit gleicher Menge destilliertem Wasser verrühren
- Pigment (gekauft als Trockenpulver) auf einer Glasplatte mit dem Eigelb-Wasser-Gemisch verreiben
- Konsistenz wie dicke Sahne
Anwendung
Tempera wird in dünnen Schichten aufgebaut (oft mit Schraffuren). Ideal als Grundierung unter Ölmalerei oder solo für meditative, präzise Arbeit. Trocknet in Minuten — kein langes Warten zwischen Schichten.
