Was ist Pixel Art?
Digitale Kunst mit bewusst limitierter Auflösung und Farbpalette. Jeder Pixel wird einzeln gesetzt. Klassische Auflösungen: 16×16 (Tile), 32×32 (Character), 64×64 (Detail-Sprite). Klein und überschaubar — perfekt für den Einstieg in digitale Kunst.
Software
- Aseprite: Industriestandard, kostenpflichtig (ca. 20 CHF), gemacht für Pixel Art + Animation
- Piskel: kostenlos, im Browser, gut für Einstieg
- GraphicsGale: Windows, kostenlos seit 2017, klassisch
- Photoshop / Procreate: mit „hard edge“ Brush und Pixel-Grid auch möglich
Goldene Regeln
- Kleine Palette: 8-16 Farben für ein ganzes Bild. Limitierung schafft Stil.
- Kein Anti-Aliasing: Pixel müssen scharf sein. Antialiasing macht Pixel Art unscharf und langweilig.
- Bewusste Linien: Diagonalen mit klarem Verhältnis (1:1, 1:2, 2:1) — keine willkürlichen Stufen.
- Cluster vermeiden: Einzelne Pixel oder kleine Gruppen wirken wie Rauschen. Mindestens 2-3 zusammenhängende Pixel pro Form.
Erstes Projekt: 16×16 Item-Sprite
Zeichne ein einfaches Spielitem: Schwert, Trank, Schlüssel. 16×16 Pixel Canvas, max. 8 Farben. Erste Version oft zu detailliert — reduzieren bis nur das Wesentliche bleibt. Übe Konturen klar vom Inneren zu unterscheiden (dunkle Outline + heller Innenton + 1-2 Highlight-Pixel).
Animation: Walk Cycle
Klassische 4-Frame-Animation eines laufenden Characters:
- Frame 1: Beine zusammen, Arme leicht versetzt
- Frame 2: ein Bein vorn, ein Arm hinten
- Frame 3: Beine zusammen (Spiegel-Frame)
- Frame 4: anderes Bein vorn
In Aseprite/Piskel: alle 4 Frames als Layer-Sequenz, dann Onion-Skin aktivieren (Vorgänger-Frame transparent sichtbar). Loop-Geschwindigkeit ca. 8 FPS.
Inspiration
Indie-Games studieren: Stardew Valley, Celeste, Hyper Light Drifter, Octopath Traveler, Owlboy. Jedes hat eigenen Pixel-Art-Stil — von minimalistisch bis aufwendig. Beobachte wie Licht, Form und Animation funktionieren.
