Ein Druck, kein Vielfach
Anders als bei Linolschnitt oder Radierung wird bei der Monotypie nicht in eine Platte geschnitten. Stattdessen wird Druckfarbe auf eine glatte Fläche (Glas, Plexi, Metall) gemalt und dann auf Papier gedruckt. Pro Bemalung in der Regel nur ein Abzug — daher „Mono“ (eins).
Zwei Hauptmethoden
Subtraktiv (Wischtechnik)
- Glasplatte oder Plexi vollständig mit Druckfarbe einfärben
- Mit Wischpinsel, Lappen oder Pinselstiel Farbe wegnehmen — wo entfernt, bleibt das Papier weiss
Additiv (Malerei)
- Glasplatte mit Pinsel und Druckfarbe wie eine Malerei bearbeiten
- Schichten, Mischungen, Strukturen frei aufbringen
- Drucken — das Bild erscheint seitenverkehrt
Geisterzug
Nach dem ersten Abzug bleibt oft genug Restfarbe für einen zweiten, blasseren Druck — der Geisterzug. Dieser kann mit Farbstift oder Aquarell weiter bearbeitet werden. So entsteht eine Serie aus Unikat + Variation.
Tipp für Anfänger
Monotypie braucht keine Presse — der Druck kann von Hand mit Falzbein oder Wagen-Rolle übertragen werden. Ideale Erste-Druck-Erfahrung ohne grosse Material-Investitionen.
