Warum Linolschnitt?
Linoleum ist weich, leicht zu schneiden und günstig. Anders als Holzschnitt verzeiht es Anfängerfehler. Ideal für Schulen, Workshops und Hobby-Drucker.
Werkzeuge
- Linol-Platte: grau-braun, in verschiedenen Stärken (3-6mm)
- Schneidesatz: U- und V-Eisen in mehreren Breiten (Pfeil, Speedball)
- Druckfarbe: wasserbasierte oder Öl-basierte Linolfarbe
- Walze (Brayer): 10-15 cm breit, weiche Gummirolle
- Papier: japanisches Reispapier oder festes Druckpapier 150-200 g/m²
- Reibe (Falzbein) oder Druckpresse: zum Übertragen
Arbeitsschritte
- Motiv zeichnen: direkt auf die Platte oder via Carbonpapier übertragen. Achtung: Spiegelverkehrt denken — was im Druck links erscheint, muss auf der Platte rechts liegen.
- Schneiden: alle Bereiche, die weiss bleiben sollen, wegschneiden. Die erhabenen Bereiche werden eingefärbt und drucken später schwarz.
- Probedruck: mit etwas Farbe einfärben, Papier auflegen, mit Falzbein gleichmässig reiben. So sieht man wo nachzuschneiden ist.
- Final-Auflage: Farbe sauber walzen (dünn + gleichmässig), Papier exakt positionieren, durchdrucken.
Sicherheit
Schneidewerkzeuge sind scharf. Goldene Regel: nie in Richtung der eigenen Hand schneiden. Linolplatte mit der freien Hand hinter dem Werkzeug fixieren, nie davor. Linolschneidekissen mit Anschlag macht das Arbeiten sicherer.
Mehrfarb-Drucke
Klassische Methode: jede Farbe wird auf einer eigenen Linolplatte geschnitten und einzeln gedruckt. Die verlorene Platte arbeitet mit einer Platte: nach jedem Farbdruck wird mehr weggeschnitten — das Bild wird Schicht für Schicht aufgebaut. Faszinierend aber unwiderruflich: die Platte ist am Ende zerstört.
