Drei Arten von Kohle
- Rebenkohle (vine charcoal): weich, leicht zu verwischen und zu radieren — ideal für Vorzeichnung und Skizze
- Pressekohle (compressed charcoal): dichter, dunkler, schwerer zu radieren — für definierte Linien und tiefe Schwärzen
- Kohlestift: Kohle in Holzfassung — für präzise Details und Schraffuren
Werkzeuge zum Modellieren
Kohle wirkt nicht durch Linien, sondern durch Tonwerte und Verläufe. Wichtige Hilfsmittel:
- Knetradierer: tupft Kohle vom Papier ab, kann zu Spitze geformt werden
- Estompe (Papierwischer): verwischt Kohle zu sanften Übergängen
- Schmiergel-Block: hält die Stiftspitze scharf
- Fixativ: nach Fertigstellung aufsprühen damit nichts mehr verwischt
Klassische Arbeitsweise
- Grobes Massenverhältnis mit Rebenkohle setzen — kann jederzeit weggewischt werden
- Hauptformen mit Pressekohle festlegen
- Tonwerte aufbauen: dunkel ankohlen, dann mit Estompe verteilen
- Lichter mit Knetradierer herausarbeiten — Kohle wird nicht aufgetragen, sondern weggenommen
- Letzte Akzente mit dem Kohlestift setzen
- Fixieren
Papier-Wahl
Ingres-Papier oder rauhes Zeichenpapier hat genug „Zahn“ um die Kohle zu halten. Glatte Papiere funktionieren nicht gut. Für Aktstudien sind getönte Papiere (Grau, Beige) beliebt — Schwarz und Weiss arbeiten dann gegen den Mittelton.
Tipp für Aktstudien
Kohle ist die klassische Wahl für Live-Modell-Sessions. Sie erlaubt schnelle Arbeit (10-30 Minuten pro Pose) und ist verzeihend gegenüber Korrekturen. Beginne mit grossen Gesten, dann verfeinere die Anatomie.
