Drei Arten von Kohle

  • Rebenkohle (vine charcoal): weich, leicht zu verwischen und zu radieren — ideal für Vorzeichnung und Skizze
  • Pressekohle (compressed charcoal): dichter, dunkler, schwerer zu radieren — für definierte Linien und tiefe Schwärzen
  • Kohlestift: Kohle in Holzfassung — für präzise Details und Schraffuren

Werkzeuge zum Modellieren

Kohle wirkt nicht durch Linien, sondern durch Tonwerte und Verläufe. Wichtige Hilfsmittel:

  • Knetradierer: tupft Kohle vom Papier ab, kann zu Spitze geformt werden
  • Estompe (Papierwischer): verwischt Kohle zu sanften Übergängen
  • Schmiergel-Block: hält die Stiftspitze scharf
  • Fixativ: nach Fertigstellung aufsprühen damit nichts mehr verwischt

Klassische Arbeitsweise

  1. Grobes Massenverhältnis mit Rebenkohle setzen — kann jederzeit weggewischt werden
  2. Hauptformen mit Pressekohle festlegen
  3. Tonwerte aufbauen: dunkel ankohlen, dann mit Estompe verteilen
  4. Lichter mit Knetradierer herausarbeiten — Kohle wird nicht aufgetragen, sondern weggenommen
  5. Letzte Akzente mit dem Kohlestift setzen
  6. Fixieren

Papier-Wahl

Ingres-Papier oder rauhes Zeichenpapier hat genug „Zahn“ um die Kohle zu halten. Glatte Papiere funktionieren nicht gut. Für Aktstudien sind getönte Papiere (Grau, Beige) beliebt — Schwarz und Weiss arbeiten dann gegen den Mittelton.

Tipp für Aktstudien

Kohle ist die klassische Wahl für Live-Modell-Sessions. Sie erlaubt schnelle Arbeit (10-30 Minuten pro Pose) und ist verzeihend gegenüber Korrekturen. Beginne mit grossen Gesten, dann verfeinere die Anatomie.