Langholz vs. Hirnholz

  • Langholz-Schnitt: in Faserrichtung geschnitten (Birne, Linde, Kirsche). Klassisch, ausdrucksstark, leichter zu schneiden. Albrecht Dürer arbeitete so.
  • Hirnholz-Stich: quer zur Faser geschnitten (Buchsbaum). Sehr feine Details möglich, aber härter und teurer. Im 18./19. Jh. für Buchillustration genutzt.

Werkzeuge

Wie Linolschnitt (siehe eigener Artikel), aber für härteres Holz schärfere Eisen nötig. Japanische Holzschneider-Werkzeuge (Kento, Hangi-to) sind sehr präzise.

Charakteristik

Holzschnitt zeigt die Faserstruktur des Holzes — jedes Bild hat dadurch eine eigene Textur. Anders als Linolschnitt sind die Linien oft expressiver und unregelmässiger. Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner machten sich diese Ungleichmässigkeit zum Stilmittel.

Japanischer Holzschnitt (Ukiyo-e)

Eine Sonderform: mehrfarbige Holzschnitte mit Wasserfarbe und Reispapier. Mehrere Platten (eine pro Farbe), höchste Präzision in der Registrierung. Hokusai und Hiroshige als bekannteste Meister. Workshops in der Schweiz selten, aber spezielle Ateliers bieten Einführungen.