Buon Fresco vs. Secco
Buon Fresco (echtes Fresko): Pigment + Wasser direkt in frischen Kalkputz. Beim Trocknen verbindet sich das Pigment chemisch mit dem Kalk (Calciumcarbonat) — extrem langlebig. Michelangelo malte so die Sixtinische Kapelle.
Secco (trockenes Fresko): Pigment + Bindemittel auf bereits trockenen Putz aufgemalt. Einfacher umzusetzen, aber weniger haltbar.
Herausforderung Zeit
Beim Buon Fresco hat der Maler nur Stunden Zeit pro Bereich (Giornata = Tageswerk). Was nicht in der Frischphase verarbeitet wird, muss am nächsten Tag neu verputzt werden. Jeder Strich ist endgültig — Korrekturen erfordern Wegmeisseln und Neuverputzen.
Heutige Anwendung
Fresko-Workshops findet man in der Schweiz selten — die Technik ist sehr aufwendig und braucht eine echte Wand. Trotzdem gibt es Spezialateliers, die Auftragsarbeiten für Kirchen, Restaurierungen oder Privatauftraggeber ausführen.
Material (für Mini-Übungen)
- Kalkmörtel (vorbereiteter Sumpfkalk)
- Trägerplatte mit Putzaufbau (Architrieb, Sinopia, Intonaco)
- Erdpigmente (kalkecht — synthetische Pigmente vertragen Kalk oft nicht)
- Borstenpinsel + Wasser
