Kurze Geschichte
Collage wurde 1912 von Picasso und Braque „erfunden“ — mit einem Stück Wachstuch auf eine Leinwand. Dada-Künstler (Hannah Höch, Kurt Schwitters) machten sie zur politischen Waffe. Heute ist Collage Hobby, Therapie und ernste Kunst zugleich.
Material aus dem Alltag
- Alte Zeitschriften (National Geographic ist beliebt — gute Bildqualität)
- Buchseiten, Notenblätter, Kartenmaterial
- Verpackungen, Tickets, Briefmarken
- Eigene Fotografien
- Stoffreste, Spitzen, Fundstücke
Werkzeuge
- Scharfes Cutter-Messer + Schneideunterlage (präziser als Schere)
- Schere für kurvige Schnitte
- Klebstoff: Pritt-Stift (für kleine Stücke), Buchbinderleim (säurefrei, archivfest), Mod Podge (auch als Versiegelung)
- Trägerpapier: festes Aquarellpapier 300 g/m² oder Karton
- Pinzette für kleine Teile
Kompositions-Prinzipien
- Goldener Schnitt: wichtigste Elemente auf den Drittellinien — wirkt natürlicher als Mittelpunkt
- Visueller Pfad: das Auge soll durch das Bild geführt werden. Blicke der abgebildeten Personen, gerichtete Linien, Helligkeitskontraste lenken
- Negativraum: nicht alles vollkleben — Atemräume erhöhen die Wirkung
- Wiederholung mit Variation: Form-Echos schaffen Zusammenhang ohne Monotonie
Erste Übung: Selbstporträt-Collage
Reisse aus Zeitschriften 20-30 Bildelemente, die dich beschreiben — keine Wörter, nur Bilder. Lege sie ohne Kleben in ein Selbstporträt-Format. Wenn die Komposition stimmt, kleben. Diese Übung trainiert Auswahl, Anordnung und persönlichen Ausdruck.
Digitale Collage
In Photoshop oder Procreate funktioniert Collage genauso: Bilder als Layer, freistellen mit Lasso oder Masken, neu zusammensetzen. Vorteil: unbegrenzt experimentieren, undo verfügbar. Nachteil: weniger taktil, weniger Spontanität.
