Was macht Acryl so beliebt?
Acrylfarben entstanden in den 1950er Jahren und revolutionierten die moderne Malerei. Die Pigmente werden in einer Kunststoff-Dispersion gebunden — das Ergebnis ist eine Farbe, die wasserlöslich ist, aber nach dem Trocknen wasserfest und kratzfest wird.
Vorteile gegenüber Öl
- Schnelle Trocknung: dünne Schichten in 15-30 Minuten
- Wasserlöslich beim Arbeiten: Pinsel mit Wasser auswaschen, keine Lösungsmittel nötig
- Vielseitig: auf Leinwand, Papier, Holz, Stein, Stoff, Glas, Metall
- Mischbar mit Medien: mit Gel verdickbar, mit Wasser verdünnbar, mit Pouring-Medium fliessbar
Nachteile
- Schnelle Trocknung erschwert weiche Übergänge — Lösung: Verzögerer-Medium oder „Open Acrylics“ verwenden
- Farbton wird beim Trocknen etwas dunkler (sog. „color shift“)
- Auf Palette kann Farbe austrocknen — Stay-Wet-Palette verwenden
Starter-Set für Acrylmalerei
- 10 Acrylfarben in Künstlerqualität (Schmincke, Lascaux, Liquitex oder Golden)
- Grundierte Leinwand oder Acrylpapier 300 g/m²
- Synthetik-Pinsel (für Acryl besser als Naturhaar)
- Palettenmesser zum Mischen
- Stay-Wet-Palette (gegen Austrocknen)
- Wassergläser
Erste Übung: Tonwert-Skala
Mische auf der Palette von Schwarz zu Weiss in 5-7 Stufen und trage sie als Streifen auf. Das schult Tonwert-Sicht und Pinselführung. Wiederhole mit einem Komplementärpaar (z.B. Blau-Orange) — die Mischung zeigt, wie sich Farben gegenseitig neutralisieren.
Tipp für Pouring + Mixed Media
Acryl ist die Basis für viele moderne Techniken: Pouring (siehe eigener Artikel), Spachteltechnik mit Strukturpaste, Mixed Media mit Collage-Elementen. Hier zeigt die Vielseitigkeit der Farbe ihre volle Stärke.
