Warum Ölmalerei?
Ölfarbe besteht aus Pigment und einem trocknenden Öl (meist Leinöl, Mohnöl oder Walnussöl). Die langen Trocknungszeiten erlauben weiche Übergänge und Nachbearbeitung über Stunden oder Tage. Klassische Werke von Vermeer bis Rembrandt zeigen die Tiefe und Brillanz, die diese Technik möglich macht.
Die wichtigste Regel: fett über mager
Jede Schicht muss mehr Öl enthalten als die darunterliegende. Sonst trocknet die obere Schicht zuerst, die untere arbeitet noch nach — und es entstehen Risse.
- Unterste Schicht: verdünnt mit Terpentinöl (mager)
- Mittlere Schichten: Farbe wie aus der Tube
- Oberste Schichten: mit etwas Leinöl gestreckt (fett)
Grundausstattung für Einsteiger
- Grundierter Malkarton oder grundierte Leinwand
- 10-12 Ölfarben in Tubenform (Künstlerqualität): Titanweiss, Cadmiumgelb, Kadmiumrot, Alizarinkarmin, Ultramarin, Cobaltblau, Ocker, gebrannte Umbra, Elfenbeinschwarz
- Borstenpinsel (rund + flach) in mehreren Grössen
- Palette (Glas, Holz oder Einweg-Palettenpapier)
- Terpentinöl (zum Verdünnen) + Leinöl (für fettige Schichten)
- Lappen und Palettenmesser
Trocknungszeiten
Eine dünne Schicht ist nach 24-48 Stunden grifftrocken. Vollständig durchgetrocknet ist ein Bild aber erst nach 6-12 Monaten — erst danach kann gefirnisst werden.
Sicherheit
Ölfarben enthalten Pigmente die teilweise giftig sind (Kadmium, Kobalt, Blei). Hände nach dem Malen gründlich waschen, in gut belüfteten Räumen arbeiten und Terpentinöl-Lappen niemals lose liegen lassen (Selbstentzündungsgefahr — in Wasser einlegen).
